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Medientipps
 
An dieser Stelle weist das Bibliotheksteam auf besonders lesens- oder hörenswerte Neuerscheinungen hin. Die Empfehlungen werden in ca. monatlichen Abständen aktualisiert.
 
Website
Roman
Sachbuch
Kinder- bzw. Jugendbuch
CD
   
Zwei Website-Tipps:

www.beroobi.de
So heißt eine neue, viel versprechende Website im Aufbau, die sich vor allem an Jugendliche wendet und bei einer wichtigen Frage weiter helfen möchte: „ Was möchte ich später einmal werden?". Über 40, nicht immer ganz populäre Ausbildungsberufe werden umfassend vorgestellt. Denn, was ein Bäcker oder Dachdecker macht, kann man sich noch leicht ausmalen, aber was tut eigentlich ein Mikrobiologe oder eine Lebensmitteltechnikerin? Spannend und flott in Szene gesetzt kommen die Berufe online daher, d.h. in Audio- und Videosequenzen kann man jungen Profis beim Berufsalltag über die Schulter gucken. Mittels Einschätzungsprofil lässt sich außerdem checken, ob man für den einen oder anderen Beruf besonders geeignet ist. Einziges Manko: die Auswahl der Berufsbilder ist momentan noch gering, aber das kann in ein paar Monaten schon ganz anders aussehen…

www.h4vbg.mit.de/sponline
Die meisten deutschen Banken haben in der letzten Woche den Stresstest der Europäischen Zentralbank bestanden, aber wie sieht es eigentlich mit Ihrer persönlichen Stressanfälligkeit aus? In Zeiten, in denen am eigenen Arbeitsplatz immer mehr draufgesattelt wird und es zwangsläufig zur „Arbeitszeitverdichtung“ kommt, ist die Gefahr besonders groß, stressbedingt krank zu werden. Obwohl jedes Unternehmen darauf achten sollte, ihren Mitarbeitern geeignete Arbeitsbedingungen zu verschaffen und deren gesundheitliche Kompetenzen zu entwickeln, auch jeder Einzelne kann für sich Stressfaktoren erkennen und ausschalten. Hilfreich dazu ist die Internetseite der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (vbg). Hier findet sich ein Online-Check, der Klarheit über die persönliche Stress-Gefährdung (Ampelmeldung) schafft und zu den einzelnen Belastungspunkten Maßnahmen vorschlägt. Auch wenn die Urlaubszeit sicherlich der beste Stresskiller überhaupt sein sollte, der Beruf holt einen schneller ein als man denkt…

Zwei Roman-Tipps

Glattauer, Daniel: Theo. Antworten aus dem KinderzimmerGrafik: Buchcover.
Deuticke, 2010

Als der Neffe von Bestsellerautor Daniel Glattauer im Oktober 1994 geboren wurde, entschied sich der Autor ein Buch über das Leben des kleinen Theo zu schreiben und begleitet ihn förmlich von der Geburt an (Zitat: 'Neugeborener ging es nicht.') bis hin zum zarten Teenie-Alter.
Wer nun glaubt, die Lebensgeschichte eines Babys bestünde nur aus Windelnwechseln und Fläschchengeben, der hat sich getäuscht. Denn auch ein ganz kleiner Mensch kann schon ganz großartige Dinge erleben und es seiner Umwelt manchmal leicht und manchmal schwer machen, mit ihm umzugehen. Der Leser begleitet Theo von seiner Namensgebung an. Die ersten 3 Jahre sehr intensiv (amüsant für alle Eltern und werdenden Eltern), dann im 2. Teil des Buches in Jahreabständen.
So erfährt der Leser allerhand aus Theos Kindertagen. Von seinem ersten Urlaub mit seinen Großeltern in Bibione, wo er das größte Wasserbecken der Welt entdeckte (das Meer), bis hin zu seiner Vorliebe für im Supermarkt einkaufen gehen. Seine Vorliebe für Autos wird dabei ebenso ausführlich geschildert, wie seine Leidenschaft zu reden. Schließlich entwickelt sich Theo zu einem richtigen Fussballfan und absoluten Musterschüler.
Mit viel Witz und Humor merkt der Leser schnell, dass Glattauer seinen Neffen wirklich ins Herz geschlossen hat und der Leser selber bleibt nicht verschont.
Beendet wird das Buch damit, dass der inzwischen zum Teenie herangewachsene Theo den Spieß umdreht und seinen Onkel um ein Interview bittet. Hier bekommt der Leser die Möglichkeit, auch einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Lebens von Daniel Glattauer zu werfen.
(Beatrix Stracke-Knoll)

Deon Meyer: 13 Stunden.
Rütten & Loening, 2010
Die Fußball-WM war für mich im doppelten Sinn ein Glücksfall…zum einen erfreute die deutsche Mannschaft mit ihrem unerwartet attraktiven Spiel, zum anderen entdeckte ich den südafrikanischen Krimi-Schriftsteller Deon Meyer. Seine Thriller vom Kap sind alle hervorragend, aber der absolute Spitzentitel ist für mich sein neuestes Werk „13 Stunden“.
13 Stunden dauert der längste Tag im Leben des Kommissars Benny Griesel, eines von Selbstzweifeln geplagten Ex-Alkoholikers, der gerade von seiner Ehefrau aus dem Haus gejagt wurde. Zwei Morde hat es gegeben und Griesel hat inmitten seines privaten Schlamassels genau diese 13 Stunden, um die Zusammenhänge zu erkennen, den Fall aufzuklären und sein Leben ansatzweise in Ordnung zu bringen. Ein echter Knaller, bei dem man so nebenbei noch eine Menge über die politische und wirtschaftliche Lage eins Landes erfährt, in dem Apartheid nach wie vor eine große Rolle spielt. Also - Sie brauchen keine Angst vor Mahngebühren zu haben, denn das Buch werden Sie in einer Nacht zu Ende lesen. Versprochen!
(Bernd Jeucken)

Zwei Sachbuch-Tipps

Olsberg, Karl: Schöpfung außer Kontrolle.Grafik: Buchcover
Aufbau, 2010
Die aktuelle Diskussion um den Einsatz des kommerziellen Geoprogramms „google streetview“ macht es wieder deutlich: wir müssen uns der Frage stellen, ob unsere Gesellschaft noch Herr des Verfahrens über die zukünftige technologische Entwicklung sein wird. Oder stehen wir kurz vor der Übernahme der Herrschaft der Maschinen? Was unter anderem bedeuten würde, dass wir uns als (die unzuverlässigeren) Arbeitskräfte ins Abseits katapultieren. Mit der auch bei einem solch ernsten Thema wichtigen Portion Selbstironie und Humor macht der Evolutionstheoretiker Olsberg die Gefahrenquellen deutlich und zeigt wie wir gegenüber den kommenden Generationen Verantwortung übernehmen.
(Bernd Jeucken)

Sick, Bastian: Hier ist der Spaß gratiniert.
Kiepenheuer & Witsch, 2010
Gerade in diesen Zeiten mit vielen schlechten Nachrichten ist ein Büchlein zum unbeschwerten Zwischendurch-Ablachen besonders wichtig. Dieses ist ein solches! Bestsellerautor Bastian Sick hat nach den Vorgängerbänden „Happy-Aua! 1 und 2" wieder zugeschlagen und legt eine neue Sammlung mit witzigen Schreibfehlern von Zeitgenossen vor. Er zelebriert genüsslich über 150 Beispiele vor allem aus der bundesrepublikanischen Annoncen- und Schilderwaldrealität (immer mit Fotos oder Zeitungsausschnitten belegt), die den geneigten Leser gleichzeitig Schmunzeln und Erstaunen lassen.  „Hörbücher für Verwachsene“ sollten wir vielleicht auch bald in unserer Bibliothek ausleihen oder„Erdbeeren zum Selbstpflügpreis“ sind in diesem Sommer besonders günstig.. Ein klarer Geschenktipp für die nächsten Einladungen zu Sommerpartys.
(Bernd Jeucken)

Zwei Kinder- bzw. Jugendbuch-Tipps

Moost, Nele und Annet Rudolph: Alles Schule. Grafik: Buchcover
Esslinger, 2010

Während die einen traurig sind, dass die Ferien schon vorüber sind, sind die anderen aufgeregt und können ihren ersten Schultag kaum erwarten. Schließlich ist man jetzt groß und natürlich stolz, zu den Schulkindern zu gehören. Endlich kann der neue Ranzen eingeweiht werden und das Geheimnis um die Schultüte gelüftet werden. So geht es auch dem kleinen Raben Socke, der zusammen mit Eddi-Bär und Schaf Wolle in die Schule kommt. In 6 Geschichten wird von der Aufregung und den Vorbereitungen vorher, von dem spannenden Einschulungstag und den ersten richtigen Schultagen mit der Lehrerin und den Mitschülern erzählt. Nicht immer ist alles nur Freude; Socke muss lernen sich zurückzuhalten und einzufügen. Manches geht ihm nicht schnell genug, manches ist schwerer, als er dachte, und die Lehrerin kann auch streng sein.
Die einzelnen Geschichten machen Mut, sich auf das Abenteuer mit Zahlen und Buchstaben einzulassen, zeigen, dass Stillsitzen gar nicht so langweilig sein muss und dass es mit das Schönste überhaupt ist, neue Freunde kennen zu lernen und Spaß zu haben.
iele Bilder illustrieren Rabe Sockes Eindrücke rund um den Einschulungstag und bereichern dieses ideale Vorlesebuch für I-Männchen.
(Heike Bein)

Benway, Robin: Heartbreaker – Chartbreaker.
Cbt, 2010

Audrey, 16 Jahre, ist wütend: die Trennung von ihrem Freund hat dieser zu einem überaus erfolgreichem Song verarbeitet. „Audrey, wait“ avanciert innerhalb kurzer Zeit zu einem Hit. Schnell spricht sich herum, dass sie die in dem Lied beschriebene Audrey ist und sie gerät ungewollt in den Focus des öffentlichen Interesses, das nicht immer sehr seriös ist. Ein unbedacht geführtes Interview wird falsch interpretiert, heimlich gedrehte Filmaufnahmen werden im Internet verbreitet. In Chatrooms wird negativ über ihre Person diskutiert, Reporter verfolgen sie gnadenlos. Fremde Fans rufen an und wollen wissen, wer den Popstar da so überstürzt allein gelassen hat. Audrey hat kaum eine Chance, sich gegen diese zweifelhafte Berühmtheit zu wehren. Selbst ihre sonst so treue Freundin scheint sie im Stich zu lassen. Ob ihre neue große Liebe James diese Belastungen verkraftet?
Dieser emotionsgeladene Titel um Freundschaft, Liebe, Musik und moralische Werte steht für die Leser des Sommerleseclubs bereit.
Ab 14 Jahren.
(Heike Bein)

Zwei CD-Tipps

Tom Jones: Praise and blameGrafik: CD-Cover
Gerade ist der ehemalige Staubsaugerverteter, der sich seit ca. 1962 „The Tiger“ nennt, 70 Jahre alt geworden…und wieder erfindet sich Tom Jones musikalisch neu. Kein müder Aufguss von „Greatest hits“ wie „Delilah“ oder „She`s a lady“ wird hier abgeliefert, sondern
Gospel und Rythm`n Blues vom Feinsten interpretiert. Mit den Platten des späten Johnny Cash vergleichbar, zeigt „Praise and blame“ den Tiger von einer neuen, ich finde von seiner stärksten Seite! Die Nummern von Bob Dylan, John Lee Hooker und den Staple Sisters klingen so, als wären sie Tom Jones auf den Leib geschneidert. Sparsam instrumentiert und glasklar produziert ist Jones stimmlich absolut in Höchstform und entwickelt mit seinem souligen Timbre eine Emotionalität, die die Originalaufnahmen um Längen übertrifft.
Ganz großes Kino!
(Bernd Jeucken)

Tom Petty and the Heartbreakers: Mojo
Gute Musik für ältere Herren wie z.B. den Rezensenten zu finden ist in Zeiten von Lady Gaga und Rosenstolz gar nicht so einfach. Es sei denn, es ist gerade mal wieder eine neue Scheibe von Altmeister Tom Petty erschienen. Diese haben wir dem Bestand der bereits 5 vorhandenen Alben der Heartbreakers hinzugefügt. Dann fällt die Wahl für die Ü50er nicht allzu schwer. Petty's Musik klingt so, als ob sie Mitte der 80er Jahre erschienen wäre, nur sind die aktuellen Songs soundtechnisch besser und auch musikalisch perfekter produziert. Auf „Mojo“ findet sich ein großartiges Spektrum von Rythm`n Blues aus den amerikanischen Südstaaten, zahlreiche Anleihen bei J.J. Cale, Neil Young, den Doors und Led Zeppelin finden sich bei den 15 Stücken – alles zusammengehalten durch den charakteristisch nasale Gesangsstil von Petty. Vielleicht nicht ganz so glatt und eingängig abgemischt wie z.B. "Into the Great white Open“ und ohne Ohrwürmer für die Charts ausgestattet, gefällt das neue Album vor allem auf den zweiten Blick.
(Bernd Jeucken)